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Die Spur des Nervensystems

Home away from home


Zack – und wieder lande ich in meiner Überlebensstrategie.

Und wieder bin ich aus dem Kontakt gefallen oder gegangen, obwohl ich mich äußerlich gar nicht regte.
Es ist ein inneres Weggehen.
Ein Gedanke –
und husch, bin ich verschwunden.

Wenn ich da einmal hineinzoome:
Mhm, da war Angst.
Panische Angst.
Da war Stille.
Und ja, diese Stille hat etwas Bedrohliches.

Selbst im Nachgang fällt es mir schwer, dorthin zurückzugehen.

Zur Stille gehört auch,
dass Augen mich sehen
und dass ich in Augen sehe.
Ich möchte nicht gesehen werden.
Deshalb rege ich mich nicht.
Und ich bin still.
Und ich gehe ins Darüber-Nachdenken,
Verstehen-Wollen und Analysieren.

Da drüben ist es bedrohlich.
In mir drin ist es bedrohlich.
Dann also in den Gedankenraum.

Nicht, dass ich das bewusst wollen würde.
Es ist wie im Domino-Spiel: klack, klack, klack.

Klack: Alarm.
Klack: Körper erstarrt.
Klack: Dissoziation.
Klack: Gedankenkreisen.
Klack: Verschwunden.

Mein Körper verschwindet aus meinem Bewusstsein.
Das wandert in den Gedankenraum.
Aha. Ich spüre nichts mehr.
Aha. Dort versucht mein Nervensystem Schutz zu finden.
Vor Überflutung. Vor zu viel, vor zu lautem, vor zu schmerzlichem inneren Erleben.

Hier oben finde ich vermeintliche Sicherheit.
Mein „home away from home“.
Die Sicherheit, die wir nicht in uns finden,
finden wir oft über unsere vertraute Strategie.

Wie kreiere ich Sicherheit,
wenn ich im Stress bin?

Ich reguliere mich über das Gedankenkreisen.

Nur bin ich hier oben allein.
Und eigentlich ja auch nicht mehr wirklich da.
Also auch nicht mehr erreichbar.

Wie paradox das ist.

Kerstin möchte bitte aus dem Gedankenraum abgeholt werden.